Pressemitteilung an die SportredaktionBadminton:
Jürgen Koch nicht zu Olympia
Wie in der Öffentlichkeit bereits bekannt, werde ich für die
Olympischen Spiele nicht trotz Erreichen der internationalen Norm nicht
nominiert
In meiner bereits sehr langen Laufbahn als Spitzensportler
habe ich Gott sei Dank gelernt mit Niederlagen umzugehen. Auch wenn gerade
diese Niederlage sehr schmerzlich ist, gilt es den Blick nach vorn zu richten
und neue Pläne zu entwickeln. Und das habe ich bereits getan. Ich werde die trotzdem
noch immer vorhandene Freude am Badmintonsport nützen, um meine internationale
Karriere fortzusetzen. Allerdings werde ich einen Wechsel in die Doppelbewerbe
vornehmen, wo ich vor der Verletzung meines Partners Peter Zauner bereits auf
Rang 21 der Weltrangliste vorgedrungen war. Im Einzel wird mich mein
Vereinskollege Michael Lahnsteiner vertreten. Außerdem möchte ich die in
den letzten Jahren erworbene internationale Erfahrung an meine Sportfreunde
weitergeben.
Gestatten Sie noch einige Bemerkungen zur verpassten
Olympiaqualifikation:
Vor der letzten Qualifikationsmöglichkeit, den US-Open war im Dialog mit dem
ÖOC und dem Verband immer das Erreichen des Viertelfinales als A-Limit
kommuniziert worden. Ich war nach dem Einzug ins Viertelfinale der Meinung, die
Vorgaben für Olympia erfüllt zu haben. Im Gespräch mit dem ÖOC wurde ich nach
dem Turnier jedoch darauf hingewiesen, dass laut Qualifikationsrichtlinien die
Bewertung eines Turniers im nachhinein geändert werden kann. Zugegebener Maßen
waren die US Open trotz hoher Dotation von 50.000 $ nicht am stärksten, aber
zumindest genau so stark besetzt, wie zum Beispiel die Dutch-Internationals,
die ebenso als Wertungsturnier eingestuft waren. Daraus ergibt sich die Frage,
ob mit den zwischen dem ÖOC und ÖBV vereinbarten Turnieren eine Qualifikation
überhaupt möglich war.
Aufgrund meiner Verletzungen in der heißen Phase der
Qualifikation bin ich mit der Bilanz von 6-mal Viertelfinale und 1 Mal Finale
eigentlich zufrieden, auch wenn ich damit nur die internationale Qualifikation
geschafft habe. Einige knappe Niederlagen, zum Teil gegen Weltklassespieler,
waren leider zu wenig.
Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass der Pressereferent
des ÖBV vor dem Turnier eine Aussendung mit einer neuen Bewertung der US-Open
verschickt hat. Von den zuständigen Gremien erfuhr ich von dieser Tatsache
leider nichts. Die Botschaft lautete sozusagen: „Kauft mein Produkt, obwohl die
Qualität schlecht ist“. Auch wenn der Versuch der Negativwerbung nicht
entscheidend war, war er sicher nicht hilfreich.
In einem aktuellen Artikel auf badminton.at wird dargestellt,
dass die Leistungen der Athleten nicht überzeugend genug waren, dass von den
Verantwortlichen aber in den letzten 4 Jahren alles Mögliche getan
wurden. Als Sportler ist es gut zu wissen, dass man sich in einem fehlerlosen
System befindet, oder man fragt sich - gibt es dass überhaupt. Mir würde dazu
einiges einfallen.
Natürlich liegt die Letztverantwortung bei uns Athleten.
Wir wissen, dass Badminton in Österreich eine Randsportart ist
und durch die Voraussetzungen mit der absoluten Weltspitze schwer
mithalten kann. Umso schmerzlicher ist der Umstand, dass neben Holland nur
Österreich seine qualifizierten Sportler nicht entsenden wird. Große
Sommersportländer wie USA, Russland, Spanien oder Australien werden mit
Sportlern eines ähnlichen Leistungsniveaus dabei sein.
Aber wie eingangs erwähnt, gilt es den Blick nach Vorne zu
richten. Als Erstmaßnahme werde ich die Olympischen Spiele im Badminton-Land
Nummer 1 , in Indonesien verbringen und mich mit meinem Partner auf die nächste
Saison vorbereiten.
Mit freundlichen Grüßen
Koch Jürgen
0699-11320379
Traun am 18.7.2008